Das wird saniert.

Shownotes

Mit Eduard Kliewer vom Projektsteuerer Julius Berger International unterhalten wir uns in dieser Folge über das Thema Hochbau: Welche Rolle spielen Hochbaumaßnahmen beim Wiederaufbau? Worin bestehen die Besonderheiten und Herausforderungen der Arbeit im Ahrtal? Und wo stehen wir beim Wiederaufbau von Schulen, Sporthallen, Kitas und Co.? Gemeinsam blicken wir auf einige zentrale Maßnahmen – und darauf, was im kommenden Jahr alles ansteht.

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Marianne Reiß: Wir sprechen heute über das spannende Thema Hochbau und die Hochbaumausnahmen

Marianne Reiß: im Wiederaufbau in der Verbandsgemeinde Altenahr.

Marianne Reiß: Mir gegenüber sitzt Eduard Kliewer von Jules Berger International.

Marianne Reiß: Hallo Herr Kliewer, stellen Sie sich doch gerne zu Beginn einmal vor.

Eduard Kliewer: Guten Tag, Eduard Kliewer, ich bin 40 Jahre alt.

Eduard Kliewer: Unser Unternehmen, die Jules Berger International mit Hauptsitz in Wiesbaden

Eduard Kliewer: und einem Regionalbüro in Bad Neuenahr,

Eduard Kliewer: Er hat die Aufgabe der Projektsteuerung für die kommunalen Wiederaufbaumaßnahmen

Eduard Kliewer: der Verbandsgemeinde Altenahrhr sowie ihrer Ortsgemeinden.

Eduard Kliewer: Als Leiter der Hochbauabteilung habe ich die Verantwortung für alle Hochbaumaßnahmen.

Marianne Reiß: Seit wann sind Sie von Julius Berger International denn in den Wiederaufbau im Ahrtal eingebunden?

Eduard Kliewer: Genau genommen seit Oktober 2021. Da waren wir in einem kleinen Team hier im Ahrtal eingetroffen,

Eduard Kliewer: haben uns zusammen mit der Verbandsgemeinde die Gegend angeschaut,

Eduard Kliewer: haben Maßnahmen identifiziert.

Eduard Kliewer: Zunächst musste ja festgestellt werden, welche Wiederaufbauprojekte es überhaupt gibt.

Eduard Kliewer: Und in den Folgemonaten haben wir dann die Grundlagen ermittelt,

Eduard Kliewer: grobe Kostenermittlungen zusammengestellt. Und im September 2022 haben wir dann

Eduard Kliewer: offiziell auch den Projektsteuerungsauftrag erhalten.

Marianne Reiß: Das heißt, Sie sind schon seit einigen Jahren in den Wiederaufbau im Ahrtal eingebunden.

Marianne Reiß: Wie gestaltet sich denn die Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde und allen anderen Beteiligten?

Eduard Kliewer: Ich denke, die Art der Zusammenarbeit ist außergewöhnlich.

Eduard Kliewer: Nach vier Jahren gemeinsamer Bewältigung der sehr außergewöhnlichen Herausforderungen

Eduard Kliewer: herrscht eine gewisse Vertrauensbasis.

Eduard Kliewer: Viele Mitarbeiter auf Seiten der VGA und der UBI duzen sich mittlerweile.

Eduard Kliewer: Das führt natürlich noch einmal zu einer ganz anderen Ebene der Erfüllungspflicht

Eduard Kliewer: gegenüber unseren Auftraggebern.

Eduard Kliewer: So kann auch die Zusammenarbeit und die kann man sich wie einen abgestimmten

Eduard Kliewer: Mechanismus vorstellen, stets offen kommuniziert und fein geschliffen werden.

Marianne Reiß: Jetzt haben wir über Julius Berger und den Wiederaufbau und die Zusammenarbeit

Marianne Reiß: mit der Verwandtsgemeinde gesprochen.

Marianne Reiß: Lassen Sie uns gerne einmal ins Thema einsteigen. Im Mittelpunkt dieser Folge

Marianne Reiß: steht ja das Thema Hochbau.

Marianne Reiß: Zum Einstieg sollten wir vielleicht erst mal klären, worüber reden wir hier

Marianne Reiß: eigentlich genau? Wie definiert man Hochbau?

Eduard Kliewer: Zum Hochbau zählen Gebäude aller Art. Angefangen bei kleineren Objekten wie

Eduard Kliewer: zum Beispiel Garagen oder Wohnhäusern.

Eduard Kliewer: Und das geht dann hin bis zu Stadien und Flughäfen.

Eduard Kliewer: Wir haben allerdings die interne Regelung, dass auch einige Maßnahmen des Landschaftsbaus,

Eduard Kliewer: daher Spiel- und Sportplätze beispielsweise, mit in den Bereich Hochbau fallen.

Marianne Reiß: Es wird zwischen den Maßnahmen der Verbandsgemeinde und der Ortsgemeinde beim

Marianne Reiß: Thema Hochbau hier im Wiederaufbau unterschieden.

Marianne Reiß: Wo konkret besteht denn der Unterschied?

Eduard Kliewer: Der Unterschied liegt in den Eigentumsverhältnissen. Die Verbandsgemeinde ist

Eduard Kliewer: Träger der Schulen, der Feuerwehren und natürlich des administrativen Gebäudes

Eduard Kliewer: des Rathauses der Verbandsgemeinde,

Eduard Kliewer: sodass der Wiederaufbau dieser Objekte bzw.

Eduard Kliewer: Maßnahmen in ihre Zuständigkeit fällt.

Eduard Kliewer: Den Ortsgemeinden hingegen gehören beispielsweise die Gemeindehäuser,

Eduard Kliewer: die Sportplätze, Sportheime, Kitas und kleinere Kapellen und so weiter.

Eduard Kliewer: Somit gehören zu unseren Auftraggebern die Verbandsgemeinde und die jeweiligen Ortsgemeinden.

Marianne Reiß: Der Begriff Maßnahmen ist jetzt sowohl in den anderen Folgen wie auch heute

Marianne Reiß: schon ein paar Mal gefallen.

Marianne Reiß: Was genau bedeutet denn Maßnahme und was dreht sich diese Bezeichnung?

Eduard Kliewer: Das ist eine sehr gute und sehr berechtigte Frage. Der Begriff Maßnahme stammt

Eduard Kliewer: aus der sogenannten Verwaltungsvorschrift Wiederaufbau, die Förderung des Wiederaufbaus

Eduard Kliewer: regelt und er ist absichtlich abstrakt gehalten.

Eduard Kliewer: Bei den meisten Maßnahmen könnte

Eduard Kliewer: der Begriff durch beispielsweise Wiederaufbauprojekte ersetzt werden.

Eduard Kliewer: Es handelt sich jedoch nicht bei allen sogenannten Maßnahmen um Bauprojekte

Eduard Kliewer: im eigentlichen Sinne. Die Interimslösungen für Schulen, die temporär in Containern

Eduard Kliewer: untergebracht sind, werden beispielsweise auch als Maßnahmen bezeichnet.

Eduard Kliewer: Der Begriff ist sehr weitläufig und passt daher gut zu der Fülle unterschiedlichster

Eduard Kliewer: voneinander klar abgrenzbarer Einzelprojekte im Wiederaufbau.

Marianne Reiß: Dann lassen Sie uns einmal an Zahlen sprechen. Insgesamt sind es ja 798 Wiederaufbaumaßnahmen

Marianne Reiß: in der Verbandsgemeinde.

Marianne Reiß: Davon sind ja nur in Anführungszeichen weniger als die Hälfte dem Hochbau zugeordnet.

Marianne Reiß: Welche Rolle spielt denn dann der Hochbau für den Wiederaufbau hier in der Verbandsgemeinde Altenahr?

Eduard Kliewer: Ja, das sind circa 150 Maßnahmen, die in Summe auf 190 Millionen Euro kommen.

Eduard Kliewer: Das sind letztlich nur Zahlen.

Eduard Kliewer: Wichtig ist eine Normalisierung des Ortsbilds und vor allem des Alltags in den

Eduard Kliewer: unterschiedlichsten Facetten.

Eduard Kliewer: Wenn man sich jetzt mal umschaut, sind zwar viele private Häuser das Zuhause

Eduard Kliewer: der hier ansässigen Menschen wiedererrichtet oder befindet sich in der Sanierung, Finalisierung.

Eduard Kliewer: Aber der Klebstoff, der die Gemeinschaft zusammenhält, ist der kommunale Hochbau.

Eduard Kliewer: Um da mal ein paar Beispiele zu nennen.

Eduard Kliewer: Die Kinder und Jugendlichen möchten wieder in ein gewöhnliches,

Eduard Kliewer: nicht beängtes Schulgebäude einziehen.

Eduard Kliewer: Das kulturelle Leben, seine Bedeutung im ländlichen Raum ist ganz besonders wichtig.

Eduard Kliewer: Man benötigt wieder ein Gemeinhaus.

Eduard Kliewer: Und gemeinsame sportliche Aktivitäten, wie zum Beispiel ein Fußballtraining

Eduard Kliewer: oder ein Spiel gegen eine Gastmannschaft, benötigt natürlich einen Ort, einen Sportplatz.

Eduard Kliewer: An dieser Rückkehr zum, nennen wir es mal, gewohnten, hat der Hochbau einen

Eduard Kliewer: ganz wesentlichen Anteil.

Eduard Kliewer: Man könnte auch sagen, die Flut hat für eine Entfremdung der gewohnten Umgebung,

Eduard Kliewer: sprich der Heimat, geführt.

Eduard Kliewer: Und die Heimat soll sich auch wieder ohne Einschränkungen als solche anfühlen.

Marianne Reiß: Das heißt, ich nehme für mich mit, die Hochbaumaßnahmen sind total wichtig für

Marianne Reiß: den Wiederaufbau und auch für die Gemeinschaft hier im Ahrtal,

Marianne Reiß: auch wenn sie weniger als die Hälfte der insgesamt gezählten Wiederaufbaumaßnahmen

Marianne Reiß: in der Verbandsgemeinde einnehmen.

Marianne Reiß: Bevor wir in konkrete Maßnahmen einsteigen und darüber sprechen,

Marianne Reiß: vielleicht vorab nochmal eine Frage, die sich vor allem auf das Thema Planung bezieht.

Marianne Reiß: Was ist denn eigentlich erforderlich, damit die Planung einer Maßnahme in der

Marianne Reiß: Verbandsgemeinde oder allgemein im Wiederaufbau gestartet werden kann?

Eduard Kliewer: Das ist je nach Maßnahme sehr unterschiedlich. Wir haben Objekte,

Eduard Kliewer: die in Relation betrachtet nur geringfügig von der Flut betroffen wurden,

Eduard Kliewer: sodass keine oder wenig Planung erforderlich ist. Sie sind natürlich dann auch schnell umgesetzt.

Eduard Kliewer: Allerdings die Mehrheit der Maßnahmen, insbesondere auch Seiten der Verbandsgemeinde,

Eduard Kliewer: erfordern jedoch viel Vorbereitung, noch bevor die Planung überhaupt richtig starten kann.

Eduard Kliewer: Die zu gehenden Schritte sind, wenn man es jetzt mal kurz fasst,

Eduard Kliewer: Die Klärung des Schadens, was hat Schaden genommen und was ist zerstört worden.

Eduard Kliewer: Da muss definiert werden, das Projekt definiert werden, welche Ziele wollen

Eduard Kliewer: wir im Wiederaufbau erreichen.

Eduard Kliewer: Und das alles natürlich unter Berücksichtigung der teils sehr verschiedenen

Eduard Kliewer: Umstände und Einflüsse.

Eduard Kliewer: Aber jetzt nochmal detaillierter der Reihe nach. Beim Feststellung des Schadens

Eduard Kliewer: muss zum Beispiel eine statische Untersuchung durchgeführt werden.

Eduard Kliewer: Kann das Gebäude überhaupt noch halten, so wie das von der Flut hinterlassen wurde?

Eduard Kliewer: Oder sind statische Ertüchtigungen vorzunehmen?

Eduard Kliewer: Dann haben wir ja im Ahrtal ganz oft Ölheizungen verbaut gehabt.

Eduard Kliewer: Die sind ausgelaufen, das Öl

Eduard Kliewer: ist in die Tragwerke eingedrungen und kann da auch nicht belassen werden,

Eduard Kliewer: ist auch krebserregend und in diesem Zusammenhang muss natürlich eine chemische

Eduard Kliewer: Untersuchung durchgeführt werden und die hat wiederum Einfluss auf das Tragwerk.

Eduard Kliewer: Wenn in Bereichen festgestellt wird, dass dort sich Öl festgesetzt hat,

Eduard Kliewer: müssen diese Bereiche des Tragwerks komplett ausgetauscht werden.

Eduard Kliewer: Und dazu kommt auch noch, dass wir oftmals die Schwierigkeit haben,

Eduard Kliewer: dass wir gar nicht genau sagen können, wie groß das ursprüngliche Gebäude war,

Eduard Kliewer: weil einfach keine Dokumentation vorhanden ist.

Eduard Kliewer: Weder in den Archiven der Verbandsgemeinde, der Keller des Rathauses wurde ja

Eduard Kliewer: geflutet und ebenso wenig dann auch beim Bauarchiv, beim Kreis,

Eduard Kliewer: das auch geflutet wurde.

Eduard Kliewer: Das heißt, wir müssen uns dann das, was vorher da gestanden hat,

Eduard Kliewer: wenn es jetzt komplett zerstört ist, selber herleiten und die Flächen und die

Eduard Kliewer: Kubaturen nachträglich dann ermitteln.

Eduard Kliewer: Hat auch schon dazu geführt, dass Ortsbürgermeister auch eine Erklärung abgeben

Eduard Kliewer: mussten, was da eigentlich vorher gestanden hat. Ja, und dann haben wir im nächsten

Eduard Kliewer: Schritt die Definition des Projekts.

Eduard Kliewer: Ein Wiederaufbau, so wie er vorher gestanden hat, haben wir de facto nirgends.

Eduard Kliewer: Es gibt überall Änderungen, auch Änderungen der Nutzung oder der Größe der Objekte.

Eduard Kliewer: Wenn man jetzt sich mal das Beispiel der Schule nimmt, haben wir...

Eduard Kliewer: Geänderte Schüler zahlen oder müssen die prognostizieren, Schätzungen vornehmen.

Eduard Kliewer: Dann gibt es heutzutage auch Tendenzen zugunsten von Ganztagsschulen.

Eduard Kliewer: Die Schulen erhalten Mensas, Betreuungsräume, die müssen jetzt eingeplant werden,

Eduard Kliewer: sie hat es vorher nicht gegeben.

Eduard Kliewer: Und es gibt auch moderne Raumanordnungen. Es geht immer weiter weg von einer

Eduard Kliewer: klassischen Flurschule hin zu Clusterschulen.

Eduard Kliewer: Das muss alles eingeplant werden. Bei den Feuerwehren haben wir einen aktualisierten

Eduard Kliewer: Feuerwehrbedarfsplan für das gesamte Gebiet der Verbandsgemeinde Altenahr.

Eduard Kliewer: Das heißt, es sind in den einzelnen Ortsgemeinden und bei der Verbandsgemeinde

Eduard Kliewer: selber neue Stückzahlen für Fahrzeuge aufgestellt.

Eduard Kliewer: Das heißt, die einzelnen Gebäude werden teils auch größer, um weitere Fahrzeuge

Eduard Kliewer: aufzunehmen und es gibt natürlich auch Anforderungen an Räume und Ausstattung.

Eduard Kliewer: Wenn man sich eine alte Feuerwehr anguckt, die sagen wir mal in den 60ern,

Eduard Kliewer: 70ern, 80ern gebaut wurde, die sieht ganz anders aus als das,

Eduard Kliewer: was wir heute dort aufbauen.

Eduard Kliewer: Ja und vielleicht ganz allgemein gesprochen, auch auf Ebene Ortsgemeinden,

Eduard Kliewer: es werden auch ganz oft Nutzungen zusammengelegt.

Eduard Kliewer: Das heißt, an einer Stelle haben wir beispielsweise ein Gemeindehaus,

Eduard Kliewer: was mit einer Feuerwehr zusammenzieht in einem Gesamtgebäude.

Eduard Kliewer: Das ist natürlich sehr viel Arbeit, auch in Anbetracht eines wünschenswerten,

Eduard Kliewer: möglichst schnellen Wiederaufbaus.

Eduard Kliewer: Aber das muss man auch festhalten, das sind natürlich auch alle Chancen,

Eduard Kliewer: die bei Gelegenheit ergriffen werden möchten und auch sollen.

Eduard Kliewer: Ja, und das natürlich alles vor dem Hintergrund des dritten Punktes der Umstände und Einflüsse.

Eduard Kliewer: Einflüsse haben wir beispielsweise aus dem Baurecht. Baurecht wird ja auch immer stetig verschärft.

Eduard Kliewer: Es muss auch berücksichtigt werden,

Eduard Kliewer: das geänderte HQ100, für eventuell diejenigen, die es nicht kennen.

Eduard Kliewer: Das ist der Wasserpegel, der statistisch alle 100 Jahre einmal erreicht wird.

Eduard Kliewer: Es sind neue, besondere Gefährdungsbereiche festgelegt, die müssen berücksichtigt werden.

Eduard Kliewer: Das heißt, da darf zum Beispiel nicht mehr aufgebaut werden,

Eduard Kliewer: wo früher Gebäude stehen durften.

Eduard Kliewer: Was alles in allem natürlich auch zu einer Baulandverknappung führt.

Eduard Kliewer: Ohne die Möglichkeit, aus den Ortsgrenzen auszuweichen.

Eduard Kliewer: Also man kann jetzt nicht einfach vor das gelbe Ortsschild dann bauen,

Eduard Kliewer: sondern normalerweise sieht das Bau- und Planungsrecht vor, das man in einer

Eduard Kliewer: geschlossenen Ortschaft aufbaut.

Eduard Kliewer: Das erschwert es natürlich, gerade auch bei unseren Feuerwehren.

Eduard Kliewer: Und hier gibt es auch keinerlei Erleichterungen seitens des Planungsrechts.

Eduard Kliewer: Also Bebauungspläne müssen nach wie vor erstellt werden. Die Aufstellung eines

Eduard Kliewer: Bebauungsplans kann natürlich auch locker zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Eduard Kliewer: Und ist auch immer, das muss man unterschreiben, ergebnisoffen.

Eduard Kliewer: Erst dann kann die eigentliche Planung des Objekts, für das man eventuell den

Eduard Kliewer: Bebauungsplan überhaupt aufstellt, erst überhaupt losgehen.

Eduard Kliewer: Also da sieht man, was das für Zeiträume sind, über die wir hier sprechen.

Eduard Kliewer: Und natürlich haben wir noch den

Eduard Kliewer: zweiten wichtigen Aspekt, das ist die Förderfähigkeit beim Wiederaufbau.

Eduard Kliewer: Jedes Projekt möchte natürlich auch finanziert werden und wir müssen bei jedem

Eduard Kliewer: einzelnen Projekt natürlich auch mit dem Fördergeldgeber genau abstimmen.

Eduard Kliewer: Was wird gefördert, was wird vielleicht nicht gefördert?

Eduard Kliewer: Wir müssen natürlich auch argumentieren. Ich muss aber auch sagen,

Eduard Kliewer: an der Stelle der Fördergeldgeber ist auch sehr wohlgesonnen.

Eduard Kliewer: Das muss ich denen hoch anrechnen. Aber nichtsdestotrotz muss natürlich jede

Eduard Kliewer: Überlegung, jede Investition dann gut überlegt und begründet sein.

Eduard Kliewer: Und das bedeutet natürlich auch zusätzlichen Zeitaufwand. Und solche Kosten

Eduard Kliewer: sind natürlich auch zu Beginn eines Projektes auch schwer abschätzbar.

Eduard Kliewer: Das heißt, jeder, der einmal ein Einfamilienhaus gebaut hat,

Eduard Kliewer: es kann gut passieren, dass die Summe, die am Anfang da stand,

Eduard Kliewer: eine ganz andere ist, als die am Ende dann rauskommt.

Eduard Kliewer: Um ein Fazit für diese komplexe Frage zu ziehen.

Eduard Kliewer: Es bedarf einer Entscheidungsfindung vorab der ersten Planzeichnungen.

Eduard Kliewer: Mit dem Motto, wer die Wahl hat, hat die Qual.

Eduard Kliewer: Und manche Ideen und Entscheidungen müssten natürlich erst im Kopf reifen.

Eduard Kliewer: Da muss man oftmals eine Nacht oder gleich mehrere darüber schlafen,

Eduard Kliewer: um das mal ganz einfach zu formulieren.

Eduard Kliewer: Und da muss sich auch wirklich eine Lanze für unsere Auftraggeber brechen.

Eduard Kliewer: Die Verbandsgemeinde und die Mehrheit der Ortsgemeinden sind sehr entscheidungsfreudig

Eduard Kliewer: und ich würde sogar sagen entscheidungsmutig.

Marianne Reiß: Das ist schön zu hören. Das sind auf jeden Fall viele Schritte,

Marianne Reiß: die passieren müssen, bevor es überhaupt in die Planung gehen kann.

Marianne Reiß: Ich glaube, das ist vielen Zuhörerinnen und Zuhörern gar nicht so bewusst.

Marianne Reiß: Und dafür machen wir diese Podcast-Folge, um die Leute eben so ein bisschen

Marianne Reiß: hinter die Kulissen mitzunehmen und ihnen eben zu zeigen, was passiert eigentlich

Marianne Reiß: im Wiederaufbau bei den Projektsteuerern, den Architekten, den Bauarbeitern und, und, und.

Marianne Reiß: Nun lassen Sie uns einmal einen Blick auf den aktuellen Stand im Hochbau in

Marianne Reiß: der Verbandsgemeinde werfen.

Marianne Reiß: Wo laufen denn die Bauarbeiten gerade auf Tuchtouren? Wo befinden wir uns im

Marianne Reiß: Wiederaufbau, wenn es ums Thema Hochbau geht?

Eduard Kliewer: Wir haben gerade über Schulen gesprochen. Bleiben wir mal bei den Schulen.

Eduard Kliewer: Beispielsweise die Sanierung der Ahrtalsschule, Realschule Plus.

Eduard Kliewer: Da hat eine umfangreiche Projektdefinition, ich habe die Punkte gerade erwähnt,

Eduard Kliewer: die beachtet werden müssen, stattgefunden.

Eduard Kliewer: Es wurde ein gutes Planerteam aufgestellt, es wurde eine Baugenehmigung eingeholt

Eduard Kliewer: und momentan sind wir an der Schadstoffsanierung dran.

Eduard Kliewer: Da sind ja auch früher Schadstoffe verbaut worden, da waren die noch legal,

Eduard Kliewer: heute sind sie es nicht mehr, die müssen ausgebaut werden.

Eduard Kliewer: Diese Schadstoffsanierung dauert an bis circa Ende Januar und danach fangen

Eduard Kliewer: dann die Rohbauarbeiten an.

Eduard Kliewer: Es müssen natürlich, also technische Ausrüstung ist ja heute eine ganz andere

Eduard Kliewer: als früher und für sie müssen dann natürlich in den Wänden Durchbrüche geschaffen werden.

Eduard Kliewer: Und wir haben auch nicht ganz eine Clusterschule, aber es geht so weit,

Eduard Kliewer: also in die Richtung, dass auch die Raumanordnungen verändert werden müssen.

Eduard Kliewer: Das ist dann alles Aufgabe des Rohbauers.

Eduard Kliewer: Und der Ausblick ist, dass wir eine Fertigstellung anstreben für das Jahr 2027.

Eduard Kliewer: Dann hätten wir die benachbarte Sporthalle, die neu gebaut wird.

Eduard Kliewer: Die alte Sporthalle konnte aus statischen Gründen nicht erhalten werden.

Eduard Kliewer: Da war die Bodenplatte aufgrund des Wasserdrucks unten durchgebrochen.

Eduard Kliewer: Das war kein Sanierungsfall mehr. Und bislang hat ein Rückbau stattgefunden.

Eduard Kliewer: Und wir haben auch ein Planerteam aufgestellt, eine Teilbaugenehmigung erwirkt

Eduard Kliewer: jetzt für die Bodenplatte.

Eduard Kliewer: Gerade wird eine erweiterte Genehmigung eingeholt für den Rohbau und wir beginnen

Eduard Kliewer: jetzt in den nächsten zwei Monaten, beziehungsweise setzen oben Brunnenfundamente.

Eduard Kliewer: Für all diejenigen, die das nicht kennen, ganz spannend, einfach mal vorbeifahren,

Eduard Kliewer: sich das anschauen. spreche, das ist sehr interessant, wie so ein Brunnenfundament

Eduard Kliewer: erstellt wird und wie dann der Boden überhaupt aussieht, wenn sie dann erstmal da drin liegen.

Eduard Kliewer: Und die Bodenplatte ist dann bis Ende März vorgesehen und auch die Sporthalle

Eduard Kliewer: soll fertiggestellt werden im Jahre 2027.

Marianne Reiß: Wir hatten das Thema eigentlich vorhin schon. Unter der Vielzahl an Maßnahmen

Marianne Reiß: finden sich ja auch einige, die besonders wichtig sind für die öffentliche Infrastruktur,

Marianne Reiß: also für die Gemeinschaft der Bürgerinnen und Bürger in der Verbandsgemeinde Altenahr.

Marianne Reiß: Welche Maßnahmen sind das denn und warum sind die so wichtig?

Eduard Kliewer: Fangen wir vielleicht bei der Kita Wirbelstätts an. Von der Kita Wirbelschätz

Eduard Kliewer: in Hönningen wissen wir, dass die Eltern sehnsüchtigst auf die Fertigstellung

Eduard Kliewer: der sehr umfangreichen Baumaßnahmen, also wir haben einen Umbau mit Erweiterung, warten,

Eduard Kliewer: damit sie ihre Kinder nicht in das entlegene Adenau fahren müssen.

Eduard Kliewer: Das ist sehr verständlich. Ich bin auch Vater von einer Tochter.

Eduard Kliewer: Ich hätte mein Kind auch gerne nah bei mir und würde ungern jeden Tag zweimal hin und zurück fahren.

Eduard Kliewer: Eine Entfernung von, ich meine,

Eduard Kliewer: das sind ungefähr 14 Kilometer in eine Richtung. Das zweimal am Tag.

Eduard Kliewer: Dann haben wir natürlich die Feuerwehren allgemein.

Eduard Kliewer: Sie haben eine ganz große Bedeutung. Die erste Bedeutung fällt jedem ein,

Eduard Kliewer: das ist natürlich die Sicherheit, die ist unerlässlich.

Eduard Kliewer: Aber zum anderen sind sie einer der präsenten Mittelpunkte des Gemeindelebens,

Eduard Kliewer: zum Beispiel durch ehrenamtliche Mitgliedschaften der Ortsansässigen.

Eduard Kliewer: Und nicht zuletzt das Beispiel, was ich gerade genannt hatte,

Eduard Kliewer: soll die Feuerwehr Maischoss beispielsweise mit den Gemeindebedarfsflächen zusammengeführt

Eduard Kliewer: werden in einem gemeinsamen Neubau.

Eduard Kliewer: Das heißt, die Feuerwehr ist dann auch im Ortsmittelpunkt und hat da auch eine wichtige Funktion.

Eduard Kliewer: Und ja, vielleicht auch ganz allgemein gehalten, die Gemeindehäuser sind ein

Eduard Kliewer: zentraler Ort der Zusammenkunft, ohne die eine oder andere Ortsgemeinde hervorzuheben.

Eduard Kliewer: Für uns sind alle Ortsgemeinden gleich wichtig.

Marianne Reiß: Sie hatten es eben, als Sie über die Maßnahmen gesprochen haben,

Marianne Reiß: schon teilweise erwähnt, Herr Glieber.

Marianne Reiß: Es gibt so einige Dinge, über die sich die Bürgerinnen in den nächsten Monaten

Marianne Reiß: oder auch Jahren freuen dürfen.

Marianne Reiß: Was erwartet Sie denn in den kommenden Monaten? Was ist denn Planung?

Eduard Kliewer: Gehen wir mal zum Jugendbüro über, was beim Schulkomplex in Altener Altenburg ist.

Eduard Kliewer: Da ist der O-Bau schon längst abgeschlossen. Momentan sind wir dabei, ihnen auszubauen.

Eduard Kliewer: Das ist auch schon sehr weit fortgeschritten und der Ausblick ist,

Eduard Kliewer: dass wir eine Fertigstellung und einen Umzug im ersten Quartal 2026 erwarten bzw. umsetzen.

Eduard Kliewer: Und ich denke auch, dass die Mitarbeiter sehr froh sind, dass sie dann endlich

Eduard Kliewer: aus den Containern rauskommen können und in ein richtiges neues Gebäude umziehen dürfen.

Eduard Kliewer: Und dann gleichwohl haben wir auch die Friedhochshalle Altenahr,

Eduard Kliewer: auch wenn es ein Gebäude für eher traurige Anlässe ist.

Eduard Kliewer: Aber der Stand ist, dass der Rohbau

Eduard Kliewer: abgeschlossen ist. Momentan werden die Dachdeckerarbeiten vorbereitet.

Eduard Kliewer: Und anschließend findet die Finalisierung des fortgeschrittenen Innenausbaus statt.

Eduard Kliewer: Und da ist auch der Ausblick, dass die Fertigstellung ca.

Eduard Kliewer: Im Frühling 26 erfolgen wird. Und es ist ein sehr schlichtes Gebäude,

Eduard Kliewer: aber es wird auch sehr schön werden.

Marianne Reiß: Und dann der bekannte Blick in die Zukunft jetzt noch einmal.

Marianne Reiß: Was könnte denn Baustand mit Blick auf den Hochbau in drei, vier Jahren sein?

Marianne Reiß: Was können wir dann unter unserem Motto geschafft einordnen?

Eduard Kliewer: Der Schulkomplex inklusive der Freianlagen in Altenahr-Altenburg sollte in den

Eduard Kliewer: folgenden drei Jahren abgeschlossen werden.

Eduard Kliewer: Ich denke auch, dass alle Feuerwehren fertig sein werden, wenn es gut läuft,

Eduard Kliewer: inklusive der Hauptfeuerwehrwache in Altenahr, die jetzt in den Anfängen steht,

Eduard Kliewer: sollten alle Gemeindehäuser fertiggestellt sein und der deutlich überwiegende

Eduard Kliewer: Teil des Hochbaus sollte auch fertiggestellt sein in den Ortsgemeinden und in der VGA.

Marianne Reiß: Das klingt auch recht zuversichtlich. Zum Abschluss, wie immer,

Marianne Reiß: frage ich alle Gäste oder bitte alle Gäste darum, dass Sie einmal den Satz,

Marianne Reiß: das wird ... mit den ersten Worten ergänzen, die Ihnen einfallen.

Eduard Kliewer: Das wird wieder richtig Heimat.

Marianne Reiß: Das klingt schön. In diesem Sinne danke Ihnen, dass Sie heute mit in der Folge dabei waren.

Eduard Kliewer: Dankeschön.

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