Das wird erneuert.

Shownotes

Der Wiederaufbau im Ahrtal ist ein Kraftakt – und kaum ein Bereich betrifft den Alltag der Menschen so unmittelbar wie Straßen, Brücken und Radwege. Für unsere Podcast-Reihe haben wir Anfang Dezember mit Stefan Koch, Fachgruppenleiter für die Straßenplanung beim Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz (LBM) und Teil des Projektbüros Wiederaufbau Ahrtal in Koblenz, gesprochen. Seine Vision: Den Menschen ihre liebens- und lebenswerte Region so schnell wie möglich wiedergeben!

Er erklärt, welche Rolle der LBM beim Wiederaufbau einnimmt, warum nach dem Hochwasser jede Straße im Eiltempo nur dauerprovisorisch wiederhergestellt werden konnte – und wie nun Schritt für Schritt eine moderne, sichere und hochwasserresiliente Verkehrsinfrastruktur für die Region entsteht.

Eine Folge über Verantwortung, Pragmatismus, Resilienz – und das gemeinsame Ziel, Mobilität im Ahrtal zukunftsfähig zu machen.

Music by Vladimir Dergachev from Pixabay. Das Transkript zu dieser Episode wurde mit Hilfe von KI erstellt und kann Fehler enthalten.

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Marianne Reiß: Wir sprechen heute über die Rolle des Landesbetriebs Mobilität Rheinland-Pfalz im Wiederaufbau.

Marianne Reiß: Also ganz konkret sprechen wir über den Straßenbau vor allem.

Marianne Reiß: Mir gegenüber sitzt Stefan Koch von dem Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz.

Marianne Reiß: Herr Koch, möchten Sie sich denn gerne mal zu Beginn vorstellen?

Stefan Koch: Ja, gerne, Frau Reiß. Mein Name ist Stefan Koch. Ich bin hier im Projektbüro

Stefan Koch: Wiederaufbau Ahrtal des Landesbetriebes Mobilität, Kochen Koblenz,

Stefan Koch: Fachgruppenleiter für die Straßenplanung des Wiederaufbaus der klassifizierten

Stefan Koch: Straßen, Bund, Land und Kreis und des Ahrradweges.

Marianne Reiß: Haben Sie denn persönliche Berührungspunkte mit der Verbandsgemeinde Altena bzw. dem Ahrtal?

Stefan Koch: Ja, bereits vor der Flut war ich im LBM für Straßenplanung im Kreis Ahrweiler zuständig.

Stefan Koch: Und natürlich trinke ich immer mal wieder gerne ein Glas guten Weines aus der Ahr.

Marianne Reiß: Wie Sie schon gesagt haben, Sie hatten auch schon vorab Berührungspunkte mit dem Ahrtal.

Marianne Reiß: Gibt es daher auch persönliche Wünsche oder Visionen, die Sie in der Arbeit im Ahrtal begleiten?

Stefan Koch: Ja, mein innigster Wunsch ist es, den gebeutelten Betroffenen wieder einen Teil

Stefan Koch: ihrer liebens- und lebenswerten Region zurückzugeben.

Marianne Reiß: Sehr schön. Bevor wir in konkrete Maßnahmen einsteigen, würde ich zu Beginn

Marianne Reiß: gerne einmal über die Rolle des LBM sprechen im Wiederaufbau im Ahrtal,

Marianne Reiß: aber vor allem natürlich auch in der Verbandsgemeinde Altena.

Marianne Reiß: Wie wirkt denn der LBM am Wiederaufbau im Ahrtal mit? In welchen Bereichen unterstützt

Marianne Reiß: der LBM beim Wiederaufbau?

Stefan Koch: Ja, der LBM hat anfangs im ersten Schritt auf die Schnelle alle Straßenstrecken

Stefan Koch: wieder für die Bevölkerung und insbesondere die Rettungskräfte dauerprovisorisch wiederhergestellt.

Stefan Koch: Und nun folgt der Wiederaufbau der geschädigten Verkehrsinfrastruktur peu à peu.

Stefan Koch: Auf Hochtouren läuft derzeit parallel zur Bahn der Aufbau des A-Radweges.

Stefan Koch: Dieser ist für den Alltagsverkehr und die Radfahrtouristen wichtig und ist bereits

Stefan Koch: jetzt hoch nachgefragt.

Marianne Reiß: Inwiefern betrifft denn Ihre Arbeit die Verbandsgemeinde Altena,

Marianne Reiß: also ganz konkret die Ortsgemeinden?

Stefan Koch: In unserem Zuständigkeitsbereich ist das Gebiet der Verbandsgemeinde,

Stefan Koch: das mittlere Ahrteil, zusammenhängt die größte Herausforderung.

Stefan Koch: Dort bearbeiten wir eine Vielzahl von Brücken, Straßen und Radwege Abschnitten.

Marianne Reiß: Sie haben eben schon das Wort Herausforderungen genannt.

Marianne Reiß: Welche konkreten Besonderheiten und Herausforderungen stellen sich Ihnen denn

Marianne Reiß: im Wiederaufbau im Ahrtal?

Marianne Reiß: Was zeichnet die Arbeit vielleicht auch von vorherigen Projekten aus?

Stefan Koch: Es gilt in einer Dekade eine Vielzahl an Maßnahmen umzusetzen,

Stefan Koch: was sonst in vielen Jahrzehnten erfolgt.

Stefan Koch: So geht es allen privaten, öffentlichen und gewerblichen Betroffenen.

Stefan Koch: Der Koordinierungs- und Abstimmungsbedarf ist dabei enorm und ist eine große

Stefan Koch: Herausforderung in der Eile der Zeit.

Stefan Koch: Alle Beteiligten versuchen dabei mehr oder weniger ihren möglichen Beitrag dazu zu leisten.

Stefan Koch: Und da wollen wir unseren Beitrag auch immer tatkräftig dazugeben.

Marianne Reiß: Was bedeutet denn der Wiederaufbau im Ahrtal für den LWM?

Stefan Koch: Mit einer relativ kleinen Mannschaft von Brücken- und Verkehrsspezialisten die

Stefan Koch: Voraussetzungen und die Umsetzung des Baus der Verkehrsinfrastruktur weiter

Stefan Koch: erfolgreich voranzutreiben.

Marianne Reiß: Wie laufen denn Ihre Vorbereitungen und Planungen ab und welche Details gilt es zu berücksichtigen?

Marianne Reiß: Welche Akteure und Akteurinnen müssen einbezogen werden?

Stefan Koch: Beim Wiederaufbau handelt es sich nach geltendem Recht im weitesten Sinne um

Stefan Koch: Unterhaltungsmaßnahmen auf dem aktuellen Stand der Technik.

Stefan Koch: Dabei sind neben der betroffenen Bevölkerung die Kommunen, der Naturschutz und

Stefan Koch: die Wasserwirtschaft entsprechend mit einzubeziehen.

Stefan Koch: Straßenbau kann aufgrund des Arbeitsschutzes für die Mitarbeiter der Baufirmen

Stefan Koch: nicht immer unter halbseitiger Sperrung mit Baustellenample erfolgen.

Stefan Koch: Für immer wieder unumgängliche Vollsperrungen haben wir bereits jetzt Umleitungsplanungen

Stefan Koch: mit entsprechender Klappbeschilderung vorgesehen. Für die Berufspendler,

Stefan Koch: Schüler und Touristen wird darüber hinaus die Ahrtalbahn und der Ahrradweg zur

Stefan Koch: Verfügung stehen können.

Marianne Reiß: Ihre Arbeit im Ahrtal bedeutet ja auch, dass es zu Verkehrseinschränkungen für

Marianne Reiß: die Bürgerinnen und Bürger kommt.

Marianne Reiß: Wie werden denn die Bürgerinnen und Bürger der Verbandsgemeinde in ihre Arbeit

Marianne Reiß: eingebunden? Wie werden sie informiert und auf den aktuellsten Stand gebracht?

Stefan Koch: Unsere Planungen werden detailliert, zeitnah und regelmäßig mit den Ortsgemeinden

Stefan Koch: und der Verbandsgemeinde abgestimmt.

Stefan Koch: Dafür finden verschiedene Schuhfixe statt, also feste, regelmäßige Termine,

Stefan Koch: die wir auch gerne wahrnehmen, weil wir für die Kommunikation gerne jederzeit bereitstehen.

Stefan Koch: Und ab einem verfestigten Planungsstand werden wir rechtzeitig die betroffenen

Stefan Koch: Einwohnerinnen und Einwohner einbeziehen.

Marianne Reiß: Nun lassen Sie uns einmal konkreter werden und auf Maßnahmen im Ahrtal bzw.

Marianne Reiß: In der Verbandsgemeinde Altena blicken.

Marianne Reiß: Von welchen Maßnahmen sprechen wir denn aktuell konkret?

Stefan Koch: Ein Großteil der Projekte in der Zuständigkeit des LBM Kochen Koblenz mit seinem

Stefan Koch: Projektbüro für den Wiederaufbau im Ahrtal wird erst noch folgen.

Stefan Koch: Derzeit hat die Deutsche Bahn Vorrang für den Wiederaufbau der Ahrtalbahn.

Stefan Koch: Dennoch schreitet der LBM im Bereich des parallel verlaufenden Ahrradweges mit

Stefan Koch: dem Wiederaufbau voran, sodass auch dieser zeitnah mit der DB-Strecke in großen

Stefan Koch: Teilen wiederhergestellt wird.

Marianne Reiß: Was bedeutet es denn für Sie, wenn die Deutsche Bahn jetzt im Dezember fertig wird?

Stefan Koch: Das bedeutet für uns, dass es wichtig ist, bis dahin möglichst viel zusammenzubauen.

Stefan Koch: Durch die Elektrifizierung der Bahnstrecke ist es wichtig, dass vorher viele

Stefan Koch: Maßnahmen durchgeführt wurden,

Stefan Koch: weil die Elektrifizierung doch viele Einschränkungen für uns birgt.

Stefan Koch: Und dass wir jetzt, wo die Kapazitäten der Baufirma,

Stefan Koch: die wir gemeinsam mit der Bahn beauftragt haben, die Bahn für ihre Bahnstrecke

Stefan Koch: und wir für unseren A-Radweg mit unseren Maßnahmen weiterarbeiten können,

Stefan Koch: die jetzt weiter erfolgen können, um die vielen Abschnitte, soweit es möglich ist,

Stefan Koch: voranzutreiben und auch wieder fertigzustellen, um den Nutzer einen funktionstüchtigen

Stefan Koch: Radweg zur Verfügung zu stellen.

Marianne Reiß: Nun blicken wir einmal zurück. Was wurde denn bereits geschafft?

Stefan Koch: An Straßenbauprojekten sind einige bereits final gebaut, wie zum Beispiel die

Stefan Koch: L76 und die L77 im Saarbachtal.

Stefan Koch: Dort waren sehr große, immense Schäden auch zu verzeichnen.

Stefan Koch: Dort waren selbst mit Provisorien die Strecken kaum mehr befahrbar und dort

Stefan Koch: gibt es über lange Strecken einen Wiederaufbau mit einem kompletten Bau der Landesstraße.

Stefan Koch: Da sind wir schon fertig. Da steht jetzt noch einiges an Grunderwerbsverhandlungen,

Stefan Koch: noch Außenabstimmungen mit betroffenen Anliegern.

Stefan Koch: Und darüber hinaus wurde unter anderem auch am Ostportal, am Tunnel in Altenahr,

Stefan Koch: eine neuralgische Stelle wieder final hergestellt, dass man dort wieder die

Stefan Koch: Straße nutzen kann, wie es der Bürger gewohnt ist.

Marianne Reiß: Das heißt, in den kommenden Jahren wird einiges passieren.

Marianne Reiß: Worauf dürfen sich die Bürgerinnen und Bürger denn freuen in ein paar Jahren

Marianne Reiß: was könnte dann geschafft sein.

Stefan Koch: Also angelaufen sind jetzt schon die Ortsdurchfahrt Reimatshofen,

Stefan Koch: die im Zuge der B267 wiederhergestellt wird, zeitnah jetzt.

Stefan Koch: Und etliche Planungsabschnitte im Zuge der B257 zwischen Abreg und Altenahr

Stefan Koch: und an der B267 zwischen Altenahr und Walpautsheim sind bei uns in der Arbeit

Stefan Koch: und werden vorbereitet für die anstehenden Baumaßnahmen.

Stefan Koch: So hoffen wir, dass dem Bürger in den nächsten Jahren wieder die Streckenzüge

Stefan Koch: in neuer Gestalt wieder zur Verfügung steht.

Stefan Koch: Derzeit ist ja alles, soweit es geht, gut befahrbar.

Stefan Koch: Aber es soll wieder entsprechend hohes Niveau möglich sein, dass die Straße

Stefan Koch: wieder so ist, wie der Bürger das erwartet.

Stefan Koch: Und er wird sich aber nicht nur freuen, weil es wird auch zum Einträchtigen

Stefan Koch: kommen, wie wir eben schon mal gesagt hatten, durch halbseitige Sperrungen.

Stefan Koch: Es wird auch noch Vollsperrungen geben.

Stefan Koch: Ich sage immer, das ist wie, wenn man zu Hause das Schlafzimmer renoviert und

Stefan Koch: sie wollen aber jede Nacht drin schlafen.

Stefan Koch: Das ist dann sportlich, dann dauert es etwas länger, aber nichtsdestotrotz muss

Stefan Koch: man dann Einschränkungen hinnehmen.

Stefan Koch: Aber wer ein schönes Schlafzimmer haben möchte, der wird das gerne in Kauf nehmen,

Stefan Koch: auch wenn es zwischendurch wehtun wird.

Marianne Reiß: Das ist ein sehr schöner und auch schon amüsanter Vergleich.

Marianne Reiß: Wir hatten eben schon darüber gesprochen, dass Ahrtal wird nach dem Wiederaufbau

Marianne Reiß: eine der modernsten und nachhaltigsten Regionen Deutschlands und vor allem hochwasserresilienter werden.

Marianne Reiß: Erzählen Sie doch mal, Herr Koch, wie Sie bei LBM mit Ihrer Arbeit dazu beitragen möchten und werden.

Stefan Koch: Ja, Frau Reiß, das Ahrtal ist extrem eng und hat neben den Besiedlungsstrukturen

Stefan Koch: und dem Weinbau durch die Ahrtalbahn und die Straßeninfrastruktur quasi einen

Stefan Koch: sehr beschränkten Raum zur Verfügung und der Platz ist eigentlich auch vor der

Stefan Koch: Flut schon ausgeschöpft gewesen.

Stefan Koch: Dadurch sind Neutrassierungen quasi unmöglich, sodass wir mit dem optimierten

Stefan Koch: Wiederaufbau den Erfordernissen Rechnung tragen wollen. Im Rahmen der äußerst knappen Räume dafür.

Stefan Koch: Dies wird für die vorliegenden Nutzungsansprüche passen und auch etwas besser

Stefan Koch: sein als vor der Flut, aber grundlegende Änderungen lässt die Geografie hier einfach nicht zu.

Stefan Koch: Also Sie hatten die Hochwasserresilienz angesprochen, Frau Reiß.

Stefan Koch: Neue Brücken und Stützwände werden auf Bohrfällen gegründet und die Straßendämme werden so verfestigt,

Stefan Koch: dass Flutkatastrophen möglichst wenig innen anhaben können und die Straßeninfrastruktur

Stefan Koch: den Rettungskräften und der Bevölkerung schnellstmöglich wieder zur Verfügung steht.

Stefan Koch: Beispiel der bereits fertigstellenden Projekte im Bereich der VG Altenahr hatten wir bereits genannt.

Stefan Koch: Die nächsten Projekte sind zum Bau in der Pipeline und in der Planung.

Marianne Reiß: Bevor wir zum Abschluss kommen, Herr Koch, haben Sie noch etwas,

Marianne Reiß: das Sie den Bürgerinnen und Bürgern mitgeben möchten?

Stefan Koch: Ja, das wird schon gut werden, wenn alle nach ihren Möglichkeiten,

Stefan Koch: insbesondere auf sachlicher Ebene, versuchen, uns gemeinsam und fair voranzubringen.

Marianne Reiß: Dankeschön für das Gespräch, Herr Koch.

Stefan Koch: Vielen Dank, Frau Reis.

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